Bewerbungsphase für „Designers in Residence 2027“ startet

Bewerbungsphase für „Designers in Residence 2027“ startet

Internationales Stipendienprogramm „Designers in Residence“

Diese Woche startet die Bewerbungsphase für das internationale Stipendienprogramm „Designers in Residence“, das die Stadt Pforzheim zum zwölften Mal in Kooperation mit der Hochschule Pforzheim und dem Design Center Baden-Württemberg ausschreibt: Nachwuchsdesignerinnen und -designer aller Designbereiche und aus der ganzen Welt sind eingeladen, sich bis zum 2. November 2026 mit einer Projektidee auf einen der drei Stipendienplätze zu bewerben. Umgesetzt werden die drei finalen Projekte von April bis Juni 2027 im EMMA – Kreativzentrum Pforzheim. Das Stipendienprogramm stößt jedes Jahr erneut auf internationales Interesse. Zuletzt bewarben sich rund 300 Designerinnen und Designer aus 61 Ländern für einen der drei Stipendienplätze. 

„Als eines von wenigen Stipendienprogrammen mit Designschwerpunkt trägt „Designers in Residence“ zur internationalen Bekanntheit und Attraktivität der Stadt Pforzheim für die Designbranche bei und ist dadurch letztendlich Wirtschaftsförderung für die Region“, so Ulrich Haag, Abteilungsleiter Spenden & Sponsoring der Sparkasse Pforzheim Calw, einem langjährigen Förderer von „Designers in Residence“. 

„Designerinnen und Designer haben eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung unserer Zukunft“, so Almut Benkert, Fachbereichsleiterin Kreativwirtschaft beim städtischen Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP). „Das Stipendienprogramm schafft die Rahmenbedingungen für Nachwuchsdesignerinnen und -designer, sich ohne finanziellen Druck mit individuellen und gesellschaftlich relevanten Themen auseinanderzusetzen, Ideen zu erforschen und dadurch neue gestalterische Zugänge zu entwickeln. Im internationalen Designkontext etabliert sich Pforzheim so als innovativer Standort mit ausgeprägten Netzwerkmöglichkeiten und guter Infrastruktur für Kreativschaffende.“

 

Die Ausschreibung richtet sich an Absolventinnen und Absolventen aus den Bereichen Schmuck-, Mode-, Kommunikations- und Industriedesign sowie weiteren Designdisziplinen. Die Bewerberinnen und Bewerber bewerben sich mit einer Projektidee, die sie innerhalb des dreimonatigen Stipendiums vor Ort im EMMA – Kreativzentrum Pforzheim umsetzen möchten. Neben einem Platz in den voll ausgestatteten Werkstätten sowie im Coworking-Bereich erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten für die Umsetzung des Projekts eine kostenfreie Unterkunft, eine monatliche finanzielle Unterstützung und einen Materialkostenzuschuss. Darüber hinaus können Stipendiatinnen und Stipendiaten die Infrastruktur der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim im Rahmen des Stipendiums nutzen und erhalten die Möglichkeit, sich mit den Professorinnen und Professoren der Hochschule Pforzheim und den Jurymitgliedern über ihre Arbeit auszutauschen, sowie sich mit Kreativschaffenden in Pforzheim zu vernetzen. Zum Abschluss der Stipendien werden die Ergebnisse der Projektarbeiten in einer Ausstellung im EMMA – Kreativzentrum Pforzheim präsentiert.

Ab sofort und bis zum 2. November 2026 können sich Designerinnen und Designer online für „Designers in Residence“ bewerben. Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten trifft eine fünfköpfige Fachjury. Neben der Grafikdesignerin und Künstlerin Anja Kaiser, der Schmuck- und Produktdesignerin Luzia Vogt und Materialforscherin und Industriedesignerin Charlett Wenig, unterstützt Almut Benkert, Fachbereichsleiterin Kreativwirtschaft beim WSP, auch in diesem Jahr den Auswahlprozess. Als neues Jurymitglied für den Bereich Modedesign ist die „Materialübersetzerin“ Seetal Solanki erstmals Teil der Jury.

 

Die Jury

Almut Benkert leitet seit Ende 2011 den Fachbereich Kreativwirtschaft der Stadt Pforzheim. Dort verantwortete sie den Umbau des ehemaligen Emma-Jaeger-Bades zum Kreativzentrum EMMA, dessen Leitung sie seit 2014 innehat, und initiierte die Inbetriebnahme des Alfons-Kern-Turms (A.K.T;), welcher ebenfalls vom Fachbereich Kreativwirtschaft gesteuert wird. Zuvor hatte sie Jura sowie Kultur- und Medienmanagement in Freiburg, München und Berlin studiert und war mit einer Agentur für Kulturmanagement in Berlin selbstständig. Weitere Stationen führten sie ans Staatstheater Hannover und die Staatsoper Stuttgart.

Anja Kaiser ist Grafikdesignerin und Künstlerin. Sie befasst sich mit der Aneignung von widerständigen Medien, undisziplinierten grafischen Methoden und einer „messy“ Designgeschichte. Sie verhandelt feministische Themen, erforscht alternative Erzählungen und poröse Werkzeuge im Grafikdesign. Dabei untersucht sie die Übergänge zwischen Grafik, Design, Kunst, Musik und Formen der digitalen Selbstermächtigung. Ihre Arbeiten wurden in Brno auf der internationalen Design Biennale gezeigt und ausgezeichnet. 2017 erhielt sie den INFORM Preis der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig. 2020 widmete ihr Le Signe – Centre National du Graphisme in Chaumont eine umfassende Einzelausstellung.

Seetal Solanki ist eine „Materialübersetzerin“, die in London lebt und indische, ostafrikanische sowie persische Wurzeln hat. Sie ist Gründerin und Leiterin von Ma-tt-er, einem Büro, das sich darauf konzentriert, durch Forschung, Weiterbildung, Beratung und Kuration den Zugang zu Materialien zu ermöglichen. Seit 2004 arbeitet sie für einige der weltweit führenden Modehäuser, Marken, Unternehmen, Architekturbüros, Designschulen und Institutionen. Im Jahr 2018 verfasste sie den Bestseller „Why Materials Matter: Responsible Design For A Better World“, der international Anerkennung gefunden hat. Ihr aktuelles Projekt befasst sich mit der Migration von Materialien über Ländergrenzen hinweg, durch Menschen, Orte und Prozesse.

Luzia Vogt ist Schmuck- und Produktdesignerin mit Atelier in Basel. In einer Goldschiedelehre erlernte sie das Handwerk von Grund auf, vertiefte und erweiterte ihr Können im Studium Schmuck- und Gerätdesign an der Hochschule Pforzheim, am Nova Scotia College of Art and Design in Halifax und bei Silberschmieden in Tokio. 2018 schloss sie das Masterstudium in Produktdesign an der Hochschule Luzern ab. Sie gewann u.a. 2005 den Swiss Federal Design Award und den Inhorgenta Europe Innovation Prize, hatte Lehraufträge an der Universität Liechtenstein und der Hochschule Pforzheim. Ihre Arbeiten sind in diversen privaten und öffentlichen Sammlungen anzutreffen, so im Landesmuseum in Zürich, im MUDAC in Lausanne, im Château Borély in Marseille oder dem Racine Art Museum in Wisconsin.

Charlett Wenig ist Materialforscherin und Industriedesignerin mit Fokus auf lokale Biomaterialien, deren Eigenschaften und Verarbeitungspotenziale. Sie studierte Industriedesign (B.A.) an der Hochschule Magdeburg-Stendal, absolvierte anschließend ihren Master im Integrierten Design an der Hochschule für Künste Bremen. Ihre Promotion schloss sie im Bereich Werkstofftechnik an der Technischen Universität Berlin ab. Am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung ist sie Mitglied der Forschungsgruppe Adaptive Fibrous Materials. Sie lehrt u.a. an der Hochschule für Künste Bremen, Kunsthochschule Weißensee Berlin, Bilgi University in Istanbul, Bauhaus-Universität Weimar sowie der Aalto University in Helsinki.

 

Das Stipendium

Die Stadt Pforzheim lädt jedes Jahr in Kooperation mit der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim und dem Design Center Baden-Württemberg internationale Nachwuchsdesignerinnen und -designer im Rahmen des Stipendienprogramms „Designers in Residence“ nach Pforzheim ein. „Designers in Residence“ richtet sich an Nachwuchsdesignerinnen und -designer aus den Bereichen Schmuck-, Mode-, Accessoire-, Industrie- und Kommunikationsdesign sowie weiteren Designdisziplinen. Insgesamt werden drei Stipendiatinnen und Stipendiaten zu einer dreimonatigen Arbeitsphase ins EMMA – Kreativzentrum Pforzheim eingeladen. Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt durch eine Fachjury.

Stipendiatinnen und Stipendiaten stehen im EMMA – Kreativzentrum Pforzheim voll ausgestattete Arbeitsplätze in den Werkstätten zur Verfügung sowie eine Unterkunft für den Zeitraum des Stipendiums. Bei Bedarf kann außerdem auf die Werkstätten der Hochschule Pforzheim zurückgegriffen werden. Zusätzlich erhalten alle Stipendiatinnen und Stipendiaten eine monatliche Unterstützungsleistung und eine Erstattung der Reisekosten für An- und Abreise.

 

Bewerbungsschluss: Montag, 2. November 2026, 23:59 Uhr (CET)

Bewerbung unter:https://veranstaltungen.emma-pf.de/events/designers-in-residence-2027

 

Das Projekt wird unterstützt von der Sparkasse Pforzheim Calw, C. Hafner und dem Rotary Club Pforzheim-Schloßberg.